Warum eine gut organisierte Réception das Salonbusiness nachhaltig verändert, weiss Andrea Büchele. Ein Bericht aus der Praxis.
Inhaltsübersicht
- Das unterschätzte Herzstück
- Wirtschaftlichkeit beginnt bei vier Mitarbeitenden
- Terminmanagement als Umsatzmotor
- Zusatzverkauf: Potenziale gezielt nutzen
- Salon-Atmosphäre
- Entlastung für Inhaber*innen
- Zentraler Ansprechpartner
- Seminar-Tipp
Der Moment ist vertraut – und er kostet jeden Tag bares Geld: Das Telefon klingelt, während am Empfang bereits die nächste Kundin wartet. Im Hintergrund läuft die Einwirkzeit einer Farbe, am Waschbecken baut sich ein Rückstau auf, und irgendwo dazwischen wird versucht, gleichzeitig zu kassieren, Termine zu koordinieren und den Überblick zu behalten. Fällt dann noch kurzfristig ein Mitarbeiter aus, gerät selbst ein gut geplanter Tag ins Wanken. Was viele Saloninhaber als „normalen Wahnsinn“ akzeptieren, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als strukturelles Problem: fehlende Organisation am zentralsten Punkt des Salons – der Réception
Das unterschätzte Herzstück
Die Réception ist weit mehr als ein Ort, an dem Kund*innen begrüsst und Termine vergeben werden. Sie ist das operative Zentrum, das alle Fäden zusammenhält. Hier entscheidet sich, ob Abläufe ineinandergreifen oder ob Reibungsverluste entstehen, die Zeit, Energie und Umsatz kosten. Dennoch wird die Position der Réceptionistin häufig unterschätzt oder aus Kostengründen gar nicht erst eingeplant. Ein Trugschluss, der sich langfristig bemerkbar macht. Denn richtig eingesetzt, ist die Réception kein Kostenfaktor, sondern ein klar messbares Investment.
Wirtschaftlichkeit beginnt bei vier Mitarbeitenden
Die Annahme, eine Réception lohne sich nur für grosse Betriebe, hält sich hartnäckig. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Bereits ab einer Teamgrösse von vier Mitarbeitenden kann sich eine strukturierte Empfangsorganisation rechnen. Der Grund liegt in der Effizienz. Stylisten werden von organisatorischen Aufgaben entlastet und können sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren – die Arbeit am Kunden. Gleichzeitig werden Leerlaufzeiten reduziert und Terminlücken gezielt vermieden. Gerade die oft unterschätzten 10- bis 15-minütigen Zwischenräume summieren sich im Tagesverlauf. Zwei solcher Lücken entsprechen bereits der Zeit für eine zusätzliche Dienstleistung. Hochgerechnet auf Wochen und Monate ergibt sich daraus ein erhebliches Umsatzpotenzial.
Terminmanagement als Umsatzmotor
Eine professionell geführte Réception denkt Termine strategisch. Folgetermine werden aktiv vereinbart, Kundenbindungen bewusst gesteuert. Statt saisonaler Spitzen entsteht eine gleichmässige Auslastung über das Jahr hinweg. Das Resultat: planbare Umsätze und eine stabilere Kundenfrequenz. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass durch konsequentes Terminmanagement pro Kunde im Schnitt bis zu zwei zusätzliche Besuche jährlich generiert werden können. Ein Faktor, der sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit des Salons auswirkt.
Zusatzverkauf: Potenziale gezielt nutzen
Während Stylisten häufig unter Zeitdruck stehen, bietet die Réception den idealen Moment für eine gezielte Ansprache. Beim Bezahlen wird nicht nur kassiert; es wird beraten, ergänzt und empfohlen. Die Nachfrage nach passenden Pflegeprodukten gehört ebenso dazu wie das bewusste Platzieren von Zusatzangeboten. Salons, die diesen Prozess klar definieren und an der Réception verankern, berichten von deutlichen Steigerungen im Retail-Bereich.
Salon-Atmosphäre
Eine organisierte Réception schafft Struktur – und damit Ruhe. Telefonate werden abgefangen, Abläufe koordiniert, Kunden professionell empfangen. Für die Stylisten bedeutet das: weniger Unterbrechungen, mehr Konzentration, höhere Qualität in der Dienstleistung. Diese ungeteilte Aufmerksamkeit wird vom Kunden wahrgenommen und geschätzt. In einer Zeit, in der Servicequalität zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal wird, ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Entlastung für Inhaber*innen
Administrative Aufgaben können delegiert, Prozesse klar strukturiert werden. Von der Urlaubsplanung über Warenbestellungen bis hin zur Koordination von Arbeitszeiten – viele organisatorische Themen lassen sich sinnvoll am Empfang bündeln. Die Réception wird damit zur Schnittstelle zwischen Team, Kunde und Management. Damit entsteht Raum für das, was im Alltag oft zu kurz kommt: die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens.
Zentraler Ansprechpartner
In vielen Salons entwickelt sich die Réception zu einer Art „stillen Führungskraft“ – nah am Team, nah am Geschehen und mit einem feinen Gespür für Abläufe und Stimmungen. Und letztendlich ist sie Ausdruck einer Haltung: Organisation wird nicht dem Zufall überlassen, sondern bewusst gestaltet und als Teil der Unternehmenskultur verstanden.
Seminar-Tipp
Andrea Büchele: «Als Réceptionist*in den Erfolg aktiv steigern»
28. & 29.06.2026
Hotel Vogelsang, Eich
Infos & Anmeldung via QR-Code

Andrea Büchele arbeitet seit 16 Jahren als Réceptionistin und verfügt zudem über 12 Jahre Erfahrung als Salonleiterin. Seit neun Jahren gibt sie Seminare für Schaefer Consulting.

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